E Pluribus Unum

das antibürokratietumblelog, governophobe schnipsel und derber style
Dramatis Personae

Rezension von Daniel Fallenstein

Wer sich über das sowjetische Lagersystem Gulag informieren wollte, war lange auf Alexander Solschenyzins Mammutwerk «Der Archipel Gulag» angewiesen. Sein umfassendes Narrativ macht den Gulag emotional fassbar. Für den ebenso notwendigen analytischen Blick, ist der Archipel aber zu überwältigend und häufig zu fragmentarisch.

Diese Lücke wurde 2004 durch Anne Applebaums «Gulag: A History» gefüllt. Umfassend und detailliert behandelt Applebaum den Gulag. Von der marxistischen Logik bis zu ihren unmenschlichen Auswirkungen. Von den Anfängen im nordwestrussischen Solovetsky bis zum gesamtsowjetischen Höhepunkt. Von Stalin bis zu den Wächtern und «Zeks» (Häftlingen) 

Ihre akribische Herausarbeitung der Mechanismen des Gulags verdeutlicht, was die kommunistischen Lager von den nationalsozialistischen deutschen Konzentrationslagern unterschied. Versteht man den den Nationalsozialismus als Antithese zur Aufklärung den Kommunismus richtigerweise als ihre Pervertierung, wird der wesentliche Unterschied zwischen den Lagern dieser Systeme deutlich.

«Gulag: A History» von Anne Applebaum bei Amazon

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